Aktuelles aus der FEuerwehr
Feuerwehr Hessisch Lichtenau feiert 97. Geburtstag und übergibt neues TLF 4000
Feuerwehr Hessisch Lichtenau feiert 97. Geburtstag und übergibt neues TLF 4000
Ein doppelter Anlass sorgte am 20. März 2026 für einen besonderen Tag bei der Feuerwehr Hessisch Lichtenau: Zum einen blickt die Wehr auf ihr 97-jähriges Bestehen zurück – gegründet wurde sie am 20. März 1929. Zum anderen wurde im Rahmen eines feierlichen Programms das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 4000) offiziell übergeben.
Bürgermeister eröffnet Feierlichkeiten
Bürgermeister Dirk Oetzel eröffnete den offiziellen Teil der Veranstaltung und gratulierte der Feuerwehr zunächst herzlich zu ihrem 97. Geburtstag. In seiner Ansprache blickte er auf die lange Planungsphase des neuen Fahrzeugs zurück, die bereits vor rund zwölf Jahren begann.
Besonders betonte Oetzel, dass das neue TLF 4000 nicht einfach „für die Feuerwehr“ angeschafft wurde, sondern vielmehr für die Bürgerinnen und Bürger:
Das Fahrzeug diene dazu, schnelle und effektive Hilfe zu leisten – unterstützt durch das Engagement und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute.
Im Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) war das Fahrzeug im Jahr 2014 noch mit 195.000 Euro veranschlagt. Nach über einem Jahrzehnt Planung stiegen die Kosten jedoch deutlich: 2023 lag der Ansatz bereits bei 450.000 Euro. Letztlich belief sich der Gesamtpreis auf rund 531.000 Euro.
Oetzel dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den städtischen Gremien, die die Feuerwehr über den gesamten Zeitraum hinweg unterstützt haben.
Bereits am 23. Dezember 2025 wurde das Fahrzeug von einer Delegation der Feuerwehr beim Hersteller Rosenbauer abgeholt. Schon damals gab es eine interne Feierstunde – die offizielle Übergabe wurde nun bewusst mit dem Jubiläum verbunden.
Zudem kündigte der Bürgermeister an, dass das Fahrzeug eine Patenschaft erhalten wird.
Enorme Leistung im Ehrenamt
Stadtbrandinspektor Steffen Rödel hob in seiner Rede die enorme Leistung der ehrenamtlichen Kräfte hervor. Die Beschaffung eines solchen Fahrzeugs sei ein komplexer und zeitintensiver Prozess gewesen: von der Konzeption über Marktanalysen und Baubesprechungen bis hin zur Abholung und Schulung.
Er sprach von einem „Kraftakt“, der nur durch das Engagement vieler Beteiligter möglich gewesen sei. Gleichzeitig zeigte er sich dankbar für die Unterstützung durch die Stadt:
„Wir haben das Gefühl, dass die Stadt hinter uns steht“ – eine Situation, die längst nicht in allen Kommunen selbstverständlich sei.
Auch die Firma Wuttig Feuerschutz, vertreten durch Geschäftsführer Michael Finken, wurde für ihre Unterstützung bei der Beschaffung hervorgehoben.
Abschließend betonte Rödel: Trotz modernster Technik bleibe der wichtigste Faktor immer der Mensch. Er wünschte den Einsatzkräften möglichst wenige Einsätze.
Viele Stunden Planung
Wehrführer Daniel Termer erinnerte an die intensive Planungsphase, in der zahlreiche Stunden – oft auch an Wochenenden – investiert wurden, um das Fahrzeug optimal auf die Bedürfnisse der Feuerwehr abzustimmen.
Zahlen, Daten, Fakten zum TLF 4000
Das neue Tanklöschfahrzeug ist speziell für Einsätze außerhalb des zentralen Wassernetzes ausgelegt – etwa auf der Autobahn A44 oder in den weitläufigen Waldgebieten der Region.
- 5.000 Liter Wasser
- 500 Liter Schaummittel
- MAN-Fahrgestell (18 Tonnen)
- Rosenbauer-Aufbau
- Geländefahrwerk
- 320 PS Motorleistung

Unterstützung durch den Landkreis
Landrätin Nicole Rathgeber bezeichnete die Anschaffung als „großartige Investition in die Sicherheit der Bürger“. Der Landkreis beteiligte sich mit 10 Prozent an der förderfähigen Summe.
Sie betonte, dass die Bedeutung der Feuerwehren im Landkreis unbestritten sei und entsprechende Investitionen nicht infrage gestellt würden. Auch sie hob hervor, dass die Technik zwar wichtig sei – der eigentliche Wert jedoch bei den Menschen liege, die sie bedienen.
Dank aus den Reihen der Hilfsorganisationen
Grußworte überbrachten zudem Vertreter befreundeter Organisationen:
Thomas Kalny vom THW-Ortsverband Großalmerode sowie Thomas Freiberg vom DRK Hessisch Lichtenau.
Als Gäste anwesend waren auch Vertreter der Feuerwehren Helsa und Waldkappel.
Bewegende Worte eines Betroffenen
Ein besonders emotionaler Moment folgte mit der Ansprache von Andreas Nickel, ehemaliger Bürgermeister von Großalmerode und heutiges Vorstandsmitglied der LICURA-Klinik in Hessisch Lichtenau.
Er berichtete von einem Brand am 13. Februar 2025 in der Klinik, der erhebliche Schäden verursachte. Ein Feuer in einer Personalküche – ausgelöst durch ein elektrisches Gerät – führte zu massiven Auswirkungen:
Zwar konnte die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle bringen, doch insbesondere Rußablagerungen beschädigten empfindliche medizinische Geräte wie CT, MRT und Röntgentechnik.
Die Folgen waren gravierend:
- rund 1,25 Millionen Euro Ausfallschaden
- rund 500.000 Euro Sachschaden
- insgesamt etwa 1,75 Millionen Euro Schaden
Nickel lobte den schnellen und professionellen Einsatz der Feuerwehr, die bereits sieben Minuten nach der Alarmierung vor Ort war. Die Zusammenarbeit und Abläufe seien vorbildlich gewesen.
Er machte deutlich, dass jeder Mensch jederzeit in eine Notlage geraten könne – und dankte allen Feuerwehrkräften sowie Unterstützern für ihren Einsatz.
Als Zeichen der Anerkennung übernahm er im Namen der LICURA die Patenschaft für das neue Fahrzeug und übergab symbolisch einen Schlüssel an Stadtbrandinspektor Rödel und Wehrführer Termer.
Abschluss und Ausklang
Zum Abschluss der Veranstaltung übernahm Bürgermeister Oetzel erneut das Wort und eröffnete das Buffet.
Im Anschluss nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, das neue TLF 4000 aus nächster Nähe zu besichtigen. Fachgespräche, Vorführungen und Einblicke in die Technik rundeten die gelungene Veranstaltung ab.
Pressekontakt:
Feuerwehr Hessisch Lichtenau
Herr Stefan Schlegel
E-Mail: feuerwehr@hessisch-lichtenau.de















