Alarmübung - Austritt von Chemikalien aus einzelnen Gebinden

Zahlreiche Verletzte an der Freiherr vom Stein Schule

Zahlreiche Verletzte an der Freiherr vom Stein Schule

Laute Sirenen und das gelbe Blinken der Brandmeldeanlage der Freiherr-vom-Stein-Schule waren die ersten Anzeichen für ein Ereignis, das zahlreiche Rettungskräfte an die Schule alarmierte.

Zunächst wurde die Feuerwehr zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage (BMA) gerufen. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung wurde das Einsatzstichwort konkretisiert: HGefahr 1 – Austritt von Chemikalien aus einzelnen Gebinden. Kurz darauf folgte über Funk die Meldung, dass es im Chemieunterricht zu einer Verpuffung gekommen sei. Mehr als 20 Schülerinnen und Schüler wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer.

Als erste Rettungsmittel trafen ein Rettungswagen und ein Notarzt an der Einsatzstelle ein. Sie nahmen die aus dem Schulgebäude flüchtenden Verletzten in Empfang und führten die erste Sichtung (Triage) durch. Dabei wurden die Patienten nach ihrer Verletzungsschwere eingeteilt: Rot für akut lebensbedrohlich Verletzte, Gelb für Schwerverletzte und Grün für Leichtverletzte. Gleichzeitig wurden weitere Rettungsmittel nachalarmiert.

Die kurz darauf eintreffende Feuerwehr erkundete zunächst die Lage und teilte ihre Einsatzkräfte umgehend in verschiedene Aufgabenbereiche ein. Unter Atemschutz nahmen die Feuerwehrtrupps die aus dem Gebäude kommenden Verletzten in Empfang und begleiteten beziehungsweise transportierten sie zum Verletztensammelplatz.

Spätestens jetzt war klar: Es handelte sich lediglich um eine Übung – eine Übung allerdings, die den Einsatzkräften einiges abverlangte.

Im weiteren Verlauf trafen immer mehr Feuerwehrfahrzeuge und Rettungsmittel ein. Die Angriffstrupps verschafften sich Zugang zum Schulgebäude und erkundeten das Innere. Aufgrund der starken Rauchentwicklung konnte der betroffene Chemieraum schnell lokalisiert werden. Beim Öffnen der Tür schlugen den Einsatzkräften dichte Rauchschwaden entgegen. Zahlreiche Verletzte lagen im Klassenraum und riefen um Hilfe. Andere hingegen gaben kein Lebenszeichen mehr von sich – sie waren bewusstlos und galten als lebensbedrohlich verletzt.

Weitere Angriffstrupps unterstützten die Menschenrettung. Die Verletzten wurden nach und nach aus dem Gefahrenbereich gebracht – teilweise mithilfe von Rettungs- und Bergetüchern, teilweise auch huckepack, sofern dies möglich war.

Da zunächst unklar war, um welchen chemischen Stoff es sich handelte, rüsteten sich zahlreiche Einsatzkräfte zusätzlich mit Chemikalienschutzanzügen und Atemschutz aus.

Währenddessen trafen weitere Rettungsmittel ein. Insgesamt waren rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit sechs Fahrzeugen sowie 30 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes mit 13 Fahrzeugen, darunter sieben Rettungswagen, an der Übung beteiligt.

Alle Verletzten wurden am Verletztensammelplatz medizinisch versorgt und entsprechend ihrer Verletzungsschwere erneut kategorisiert. Anschließend erfolgte die Dekontamination, bevor die Patienten fiktiv auf umliegende Krankenhäuser verteilt wurden.

Neben den rund 20 Verletztendarstellerinnen und Verletztendarstellern waren zahlreiche Übungsleiter und Beobachter an der Übung beteiligt. Nach dem Übungsende wurde gemeinsam aufgeräumt, bevor sich alle Beteiligten an der Rettungsdienstschule zu Bratwurst und kühlen Getränken trafen.

Die Übungsleitung zeigte sich mit dem Ablauf sehr zufrieden. Trotz der zunächst unübersichtlichen Lage und des anfänglichen Chaos arbeiteten Feuerwehr und Rettungsdienst die Einsatzlage strukturiert und professionell ab. Die detaillierten Nachbesprechungen der einzelnen Fachbereiche erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt im kleineren Kreis.

Ein besonderes Lob gilt den Verletztendarstellerinnen und Verletztendarstellern. Mit großem schauspielerischem Talent stellten sie ihre Rollen äußerst realistisch dar und hielten diese bis zum Ende der Übung konsequent durch. Für diese beeindruckende Leistung sowie für ihre Bereitschaft, an der Übung mitzuwirken, gebührt ihnen ein besonderer Dank.

Dieser Dank gilt selbstverständlich allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser anspruchsvollen Einsatzübung beigetragen haben.

Feuerwehr Hessisch Lichtenau

Herr Stefan Schlegel
Mobil 0173-9624881

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E-Mail: feuerwehr@hessisch-lichtenau.de